Kreuzbandriss: Physiotherapie statt OP?

Vordere Kreuzbandrisse sind häufig Folge von Sportunfällen. Den betroffenen Patient*innen stellt sich die Frage, ob eine Operation mit dem Einsatz einer Kreuzbandplastik oder Physiotherapie die besseren Heilungschancen bietet. Einer zweijährigen Studie niederländischer Forscher*innen zufolge hatten diejenigen Patient*innen, die sich nicht operieren und sich konservativ behandeln ließen, die »höchste Lebensqualität pro Jahr« (QUALY), berichtet das Internetportal physio.de. Gleichzeitig hätten die Behandlungs- und die gesellschaftlichen Kosten von Physiotherapie deutlich unter denen eines chirurgischen Eingriffs gelegen.

Knie-OP oder Physiotherapie?

Eine Entscheidungshilfe für Patient*innen mit Kniearthrose stellt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Verfügung. Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) soll Patient*innen die Entscheidung erleichtert werden, ob ein Gelenkersatz notwendig ist oder ob eine »eine gute konservative Behandlung helfen kann«. Fazit des IQWiG: Physiotherapie könne »eine Operation mehrere Jahre hinauszuzögern oder sogar ganz (…) vermeiden«. Die Entscheidungshilfe ist Bestandteil des seit 2015 gesetzlich festgelegten Zweitmeinungsverfahrens.

Sport schützt im Alter vor Schmerzen

In einer Verlaufsstudie (Longitudinalstudie) haben Forscher*innen der irischen Limerick University festgestellt, dass Bewegungsmangel und mangelnde Fitness das Schmerzrisiko bei über 50-Jährigen deutlich steigert. Zwischen 2010 und 2014 hatten die Wissenschaftler*innen Daten von mehr als 8.000 Teilnehmer*innen im Alter über 50 Jahren gesammelt. Wer anfangs noch schmerzfrei gewesen war und dann weniger als die empfohlenen 150 Minuten Sport in der Woche trainierte, hatte ein signifikant höheres Schmerzrisiko als diejenigen Teilnehmer*innen, die sich an die Empfehlung gehalten hatten. mehr→